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Als Vorstand der Siemens Medizintechnik und von Carl Zeiss konnte ich die Stärken, aber auch die Exzesse der Marktwirtschaft in vielen Ländern erleben. Beunruhigend war oft die Schwäche politischer Regeln, aber ein ermunternder Gegensatz war, wie manche Unternehmen und Verbände von sich aus oder durch öffentlichen Druck sich Regeln gaben. Und wo Regeln waren, galt meistens auch der Grundsatz: „Beachtung der Regeln ist Pflicht“, vor allem wenn Medien und Zivilgesellschaft beobachteten.

Ich zeige an Beispielen in meinen Büchern, wie die Selbstverpflichtung zu fortschrittlicher Unternehmensverantwortung über das Gesetz hinaus gestaltet und auch vom Gesetzgeber eingefordert werden kann. Mehr im Menüpunkt Werteorientierte Marktwirtschaft und im gleichnamigen Buch.

Es geht um den Wertekodex, meist begleitet von Label und Zertifikaten als ein Qualitätsversprechen von Unternehmen. Das kann seine Stärken noch besser entfalten, wenn der Gesetzgeber Anforderungen definiert. Es führt zu einer werteregulierten Marktwirtschaft, einem höheren Niveau als die heutige soziale Marktwirtschaft. Es setzt eine mutige Politik und den Druck der Öffentlichkeit durch Volksinitiative und Volksentscheid voraus. Partizipation ist der Schlüssel zum Marktwandel.

AKTUELLES:

Deutsch-türkische Ja-Stimmen – fataler Sieg des Nationalismus

Demokratie ist wie Gesundheit. Nur wenn sie schwindet, merkt man, wie wichtig sie ist. Diese Anspielung auf einen Spruch von Michael Gorbatschow beschreibt das aktuelle Dilemma: 63 % der hier in Deutschland lebenden Türken haben für eine Diktatur Erdogans gestimmt.

Hier, in Deutschland, wo sie frei leben, sich frei äußern können, eine neutrale Justiz haben und Verhaftungen nicht die Regel bei ungeliebter Meinungsäußerung sind.

Es ist Sarkasmus, aus dem sicheren Hafen Europas die Landsleute in Unterdrückung und manche in Gefängnisse, wahrscheinlich einige in den Tod zu schicken. Die Todesstrafe in den Händen eines solchen Fanatikers, eines Hassers der Meinungsfreiheit, der Kurden und der religiösen Minderheiten?

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CSR – Synonym für Unternehmensverantwortung

Unternehmensverantwortung, dieser „Anstand“ über das Gesetz hinaus, ist heute die übliche Erwartung an die Unternehmen und an ihre Führung. Die geben sich in den letzten Jahren gern grün, nachhaltig, energiebewusst und fair, mit Labels, Zertifikaten und Leitlinien zu „Nachhaltigkeit“.

Ein guter Trend, aber leider keineswegs flächendeckend. Teils beobachtet man eher eine Verrohung, Fairness und Anstand sind keineswegs immer Standard in unserer Marktwirtschaft.
Wie es mit „Unternehmensverantwortung“ in ökologischer und sozialer Hinsicht nun tatsächlich aussieht, dazu sollen sich die großen Unternehmen zukünftig in ihrem Jahresbericht äußern. Das verlangt ein neues Gesetz unter dem Titel „CSR-Berichtspflicht“, das am 10. März verabschiedet wurde.
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Verhafteter VW-Manager: Das ist eine Schande für die Deutsche Justiz

Das ist blöd gelaufen für Oliver S. von VW. Als Verantwortlicher für die Fahrzeugzulassungen in den USA hatte er dort mehr als ein Jahr lang die Abgas-Betrügereien vertuscht, belog die Behörden und verharmloste gegenüber der Zentrale. Als die US-Behörden dann ernst machten und ihn stellten, wurde er zurückgeholt nach Wolfsburg, nicht etwa, um ihn zu beurlauben, sondern für eine andere leitende Stelle.

Aber der Winter in Deutschland ist kalt und die Sonne Floridas schön. Und so ließ er recherchieren, ob er dort ungeschoren von der dortigen Justiz wieder Urlaub machen könnte. Was ihm die juristische Abteilung von VW wohl bestätigt hat.
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Neu erschienen: Werteorientierte Marktwirtschaft

Cover_Werteorientierte Marktwirtschaft_Dez2016

Ich habe mein Buch Werteorientierte Marktwirtschaft überarbeitet.
Bestellmöglichkeiten:

als Buch

als eBook

Der Erlös kommt gemeinnützig der Umweltakademie eV. in München zugute.

Zum Inhalt:
Werteorientierte Marktwirtschaft stellt den Wertekodex als  Leitlinie für verantwortungsvolles Handeln der Wirtschaft in den Mittelpunkt. Dieses „Qualitätsversprechen“ von Unternehmen und Unternehmergruppen ist ein wirkungsvolles Steuerungsinstrument, wenn es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.

Ein Kulturwandel für Problembranchen gelingt damit, wenn der Dialog mit der Zivilgesellschaft intensiviert wird. Es entsteht eine durch sie und die Medien begleitete Selbstverwaltung der Wirtschaft statt Bürokratie und detaillierte Verordnungen durch die Politik.

Das Buch ist Pflichtlektüre für Wirtschaftsverbände, für Berufs- und Wirtschaftskammern und für Unternehmer, denen nachhaltig verantwortungsvolles Wirtschaften am Herzen liegt. Und es zeigt einen neuen Weg für die Politik, die sich zur Marktsteuerung auf eine Rahmenvorgabe beschränken kann. Ein Leitfaden zur Umsetzung der Corporate Social Responibility, kurz CSR, also der unternehmerischen Verantwortung von Wirtschaftsbranchen für eine ökosozial verantwortungsvolle Marktwirtschaft.

Eine ausführliche Rezension von Galathea U. Bisterfeld von Meer-Hamburg 

Sein Buch ist höchst aktuell. Man spürt und glaubt ihm sein Engagement und seine Frustration. Bis heute, zehn Jahre nach seiner ersten Publikation, geht es Anfang 2017 in dem im Bundestag diskutierten CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR: Corporate Social Responsibility) immer noch hauptsächlich um Berichterstattungs-Vorschriften für die Unternehmen (ein Albtraum an vermehrter Bürokratie). Es geht immer noch nicht darum, einen im Dialog mit den Bürgern erarbeiteten konkreten und aktuellen Wertekatalog für wirtschaftliches Handeln in Problembranchen einzufordern. „Neu erschienen: Werteorientierte Marktwirtschaft“ weiterlesen

CDU-Präsidium entscheidet über Merkel

Wo ist Dr. Jens Spahn? Wo ist der Mann, der die wahre Stimmung an der Basis durch seinen Abstimmungserfolg für alle sichtbar machte? Sich damit gegen die Kanzlerkandidatin auflehnte. Hat er einen Maulkorb bekommen – nach dem Eklat auf dem letzten Parteitag der CDU?

Das Drehbuch war sorgfältig vorbereitet. Frau Merkel erklärte zwei Wochen vor dem CDU-Parteitag, dass sie wieder als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht. Nach elf Jahren im Amt und viel ablehnender Haltung in der Bevölkerung war das nicht selbstverständlich. Gegenkandidaten blieben in Deckung und so wurde sie gewählt, vorrangig von all denen, die Posten haben und nun um Posten fürchten.
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Neoliberale „Ehrbarkeit“ behindert CSR-Gesetz

Veröffentlicht in der Huffington Post am 
CSR-Berichtspflicht? Wer kennt schon diese abstrakte Abkürzung für die soziale Verantwortung von Unternehmen, die „Corporate Social Responsibility“, die über die Gewinnmaximierung hinaus öko-sozial verantwortliches Handeln einfordert? Darüber sollen die großen Unternehmen zukünftig berichten. Also darüber, wie sie mit Korruption, mit Arbeitsschutz und Niederlohn, mit Umwelt- und Klimaschutz und mit „Fairness“ in ihren weltweiten Aktivitäten umgehen.

Ein zweifelsohne wichtiger Vorgang, aber die Behinderung des Gesetzesvorhabens durch die Bundesregierung ist dramatisch. Da tun sich Fragen auf.

Veröffentlicht in der Huffington Post am 

Warnschuss CETA

Nun wird es verabschiedet, das „Freihandels-Abkommen“ CETA. Aber CETA ist mehr als ein Freihandels-Abkommen – oder will es zumindest sein. Es ist auch der Versuch, den klassischen Strukturen des Rechtsstaats und der Parlamente die Handlungsfähigkeit im Bereich der Marktwirtschaft zu entziehen.

Dieser Plan versteckte sich hinter dem Versprechen eines zoll- und vorschriftenfreien Handels für die klassische Industrie-Produktion, also den Bereichen, wo Freihandel willkommen und einigermaßen überschaubar ist.
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